Wissens-Check mit ABC-Listen

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Mit ABC-Listen kreativ lernen und wiederholen

Stures Lernen ist langweilig, mühsam und wenig nachhaltig. Gerald Hüther, der bekannte Neurobiologe beschreibt unser Gehirn als „Problemlösungsorgan“. D.h. bei sturem Auswendiglernen ist es total gelangweilt und es fühlt sich geradezu beleidigt, völlig unterfordert.

Wie reagierst du, wenn dich eine Aufgabe langweilt und dich unterfordert? – Du schaltest ab? – Das macht dein Gehirn auch!

 

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ABC-Listen von Vera F. Birkenbihl kannst du vor, während und nach dem Lernen benutzen. In diesem Artikel beschreibe ich dir, wie du sie zur Überprüfung deines Wissens einsetzen kannst.

Wie du schnell und kreativ mit ABC-Listen dein Wissen überprüfen kannst

Du hast gelernt. Die Schulaufgabe oder gar Prüfung steht bevor. Du bist dir ziemlich sicher, dass du viel weißt, wenn du so in dich hinein horchst. Oder kannst du nicht abschätzen, ob es genügt?

 

Mit der ABC-Liste hast du eine schnelle Methode dein Wissen zu überprüfen. Klick um zu Tweeten

 

Schnell, weil du dafür nicht mehr als ca. 5 Minuten benötigst. So kannst du schnell Stichworte und Fachbegriffe sammeln, die dir einfallen. Da du hier nicht wirklich systematisch und linear vorgehst, wird auch dein unbewusstes Wissen angezapft.

Kreativ kannst du zwischen den Buchstaben hin und her springen. Frei von allem Druck schreibst du auf, was du weißt. Fällt dir nichts mehr ein, hörst du auf. Du kannst dir einige Zeit später eine zweite Liste anfertigen, oder die Vorhandene noch ergänzen.

Hast du auch schon während des Lernens Stichpunkte notiert, kannst du nun deine Liste damit abgleichen.

„Mit der ABC-Liste machst du also eine Wissens-Inventur.“

 

Natürlich sagt diese Liste so nicht aus, wie vertieft dein Wissen ist. Dafür musst du dir die Zeit nehmen und dir die Stichpunkte und Zusammenhänge erklären. Am Besten übrigens wirklich laut. Entweder für dich selbst, oder erkläre es jemandem. Beim lauten Sprechen musst du sinnvolle Sätze formulieren und außerdem hörst du dich selbst auch noch einmal.

 

Wie du dir eine solche ABC-Liste erstellst

Es gibt einige Beschreibungen im Netz und sogar Vorlagen. Vera F. Birkenbihl empfiehlt sogar selbst, sich jeweils eine Liste neu anzulegen, das ist die Vorbereitung und eine innere Sammlung.

So geht es:

Nimm ein normales DinA 4 Blatt, blanco, kariert oder liniert. Oben notierst du dir dein Thema. Schreibe an den linken Rand von oben nach unten das ABC in Großbuchstaben hin. Nun hat also jeder Buchstabe eine Zeile.

Schon kann es los gehen:

  • Das erste Wunderbare daran ist, dass du nun nicht stur (hab ich oben schon erwähnt, dass das eine Beleidigung für dein Gehirn wäre!), sondern ganz durcheinander Stichpunkte zum jeweiligen Buchstaben aufschreibst, siw dir nun zu diesem Thema einfallen.
An der ABC-Liste entlang kannst du wie mit einem Aufzug auf und ab fahren und wenn du zu einem… Klick um zu Tweeten

 

  • Das zweite Wunderbare ist, dass weder JEDER Buchstabe ein Wort haben MUSS, noch NUR EINES haben DARF.

 

Diese ABC-Liste beinhaltet dein Wissen

Eine Sammlung von einzelnen Stichpunkten, die ja trotzdem durch das Thema zusammenhängend ist, prägt sich leichter ein. In dieser Liste ist das gesamte Wissen zu diesem Thema komprimiert.

„Aktiv musst du dir also „nur“ diese Stichpunkte merken, passiv ist das Wissen HINTER den Stichworten abgespeichert.“

 

Sie sind weniger MENGE, die du dir merken musst, und du kannst sie viel flexibler abrufen, als z.B. auswendig gelernte Passagen.

 

Mit ABC-Listen lernst du gehirngerecht!

Besonders visuelle Lerner prägen sich schnell „fotografisch“ diese Liste ein. Doch auch für die anderen hat eine ABC-Liste Vorteile!

Es lohnt sich, solche Listen für viele Themen anzulegen und sie regelmäßig zu verwenden. Damit ist eine Wiederholung eines Themenkomplexes doch ganz einfach und schnell erledigt. Sollte dir zu einem Stichpunkt nicht mehr einfallen, was du dazu weißt, kannst du ja gezielt nachschauen. Absolute ABC-Listen-Fans legen sich dann noch „Unterlisten“ an. 😉

 

Wozu du ABC-Listen noch benutzen kannst

  • Einstieg in ein Thema: Beginnst du ein neues Thema, lege dir eine Liste an, sammle, was du alles weißt, bereite dein Gehirn auf spielerische Weise auf dieses Thema vor.
  • Stoffsammlung: für die Vorbereitung eines Referates, eines Aufsatzes – Sammle alles, was du dazu weißt! Es wird dein Fundus sein, aus dem du schöpfen kannst. Du kannst sie immer wieder ergänzen, nichts geht dir verloren. Struktur bringst du durch ein Mindmap ein.
  • Aktivierung von Wissen: Entweder als Einstieg, wie oben beschrieben, oder nach einer längeren Pause. Aktiviere dein Wissen, das schon ein bisschen nach „hinten gerutscht“ ist. Forsche, was noch alles da ist! – Du wirst erstaunt sein!
  • Mitschriften im Unterricht: sogar dafür eignet sie sich! Bereite dir eine ABC-Liste für Fächer vor, in denen viel erzählt und es wenig Tafelanschriften oder Hefteinträge gibt. Notiere dir die für dich bedeutsamen Stichpunkte. Du wirst später überrascht sein, wie viel du dazu noch weißt. Außerdem hilft sie dir, aufmerksam zu bleiben! 🙂 (Hier ein Beispiel einer 3. Klasse)
  • Während des Lernens: Wie im Unterricht kannst du auch beim Lernen zu Hause nebenher eine Liste mit den wichtigen Begriffen und Fachwörtern anlegen.
  • Lernzuwachs feststellen: Manche Lernphasen erstrecken sich ja über eine längere Zeit. Ergänze deine Liste von der Aktivierung oder dem Einstieg mit anderen Farben zu verschiedenen Zeitpunkten. Oder lege dir Nach dem Lernen eine ganz neue Liste an (der Ursprung dieses Artikels). Ganz klar kannst du erkennen, wie sich dein Wissen vergrößert hat!
  • Wiederholungen: Oben habe ich schon erwähnt, dass dir die ABC-Liste beim Wiederholen hilft, nicht von der Menge der Lerninhalte erschlagen zu werden.
  • Abgleiche: In einer Gruppe legen mehrere eine Liste an, ihr könnt abgleichen, was die anderen noch wissen und euer Wissen so „zusammenschmeißen“. Erklärt euch gegenseitig die Begriffe! (Eine Anleitung für eine Lerngruppe)

„ABC-Listen sind vielfältig einsetzbar! Und: Übung macht den Meister.“

Hinweis für Eltern und andere Erwachsene:

Legen Sie selbst auch ABC-Listen für Ihre Bereiche an. Ermuntern Sie Ihr Kind, mit diesen Listen zu arbeiten. Legen Sie parallel zu Ihrem Kind zu dessen Lernthema eine Liste an. Sie können so zeigen:

  • Was Sie selbst noch von diesem Thema wissen.
  • Wieviel mehr Ihr Kind darüber weiß.
  • Wozu es Sinn macht, dieses Thema zu lernen.

Es kann ein Ansporn für Ihr Kind sein.

Es merkt, dass Sie an seinem Lernen Interesse haben.

Lassen Sie sich die Stichpunkte aus der ABC-Liste erklären – nicht unbedingt nacheinander, picken Sie sich einen heraus, so fördern Sie die Flexibilität im Wissensschatz Ihres Kindes. Sie können durch Ihr Wissen noch erweitern, ohne zu belehren.

„Gemeinsam lernen macht mehr Spaß, als ständig ermahnt zu werden.“

 

PS: Mehr zu Vera F. Birkenbihl gibt es im Fortbildungsshop!

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2 Kommentare

  1. Hallo,
    ich liebe ABC-Listen und nutze sie gerne, um Trainings und Seminare vorzubereiten. Und weil ich gerne Sketchnotes mache, finde ich auch leicht zu jeden Buchstaben ein Buchstabenbild. Das beflügelt meine Fantasie dann nochmal zusätzlich.

    SinnSTIFTende Grüße,
    David

    • Hallo David,
      ja, ABC-Listen sind wirklich ein klasse Tool… Du als Zeichenprofi hast natürlich schnell ein Bildchen aufs Flipchart gezaubert. Dadurch wird das Ganze NOCH gehirngerechter 😉
      Wenn man sich beim Zeichnen nicht so wohl fühlt, muss man sich wahrscheinlich einfach mal trauen… Und deine Seite ansehen, da gibt es ja viele Inspirationen zum „schnellen“ Zeichnen….

      Bis bald… viele Grüße
      Alexandra

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