Mit drei Gedanken durch mein Abitur

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Mit drei Gedanken zum Abitur

Heute hat das Gewohnheitstier Pause!

Drei Gedankengänge, die mich durch mein Abitur führten

Einem jeden Menschen wohnt das Gewohnheitstier inne. Manche machen nur sehr selten Bekanntschaft mit ihm, andere nahezu täglich. In der Zeit vor dem Abitur ist dies jedoch kontraproduktiv!

Gewohnheit ist etwas, was uns nur schwer zu neuen Aktivitäten kommen lässt, denn sie ist etwas, was uns sicher fühlen lässt. Wir alle kennen das Gefühl, wenn dieses kleine, ungebändigte Biest in uns nagt und es sich einfach nicht überlisten oder bekämpfen lässt. Wir sind sauer und enttäuscht, wenn wir es einfach nicht in den Griff bekommen und verurteilen uns selbst für diese Antriebslosigkeit. Der Mensch bewegt sich gerne in seiner Komfortzone und trauen wir alten Glaubenssätzen, so gelingt es angeblich nur Visionären, Helden und Utopisten diesen inneren Schweinehund zu überwinden.

„Suche nicht andere, sondern dich selbst zu übertreffen“ – Marcus Tullius Cicero

 

Doch das großartigste im Leben ist, dass ein jeder von uns sich selbst und seinem eigenen Glück und  Erfolg am Nächsten ist. Uns allen kann das vermeintlich Unmögliche gelingen, doch dafür müssen wir unsere Gedanken, Taten und Prägungen überwinden und die innere Bereitschaft spüren, die beste Version unseres Selbst werden zu wollen. Das Feuer und die Entschlossenheit im Herzen spüren und uns dann auf die Reise begeben.

Kein Weg ist so kurzweilig und einfach zu bewältigen, wie jener, den man selbst aus Freude und Begeisterung wählte. Kein Erfolg schmeckt so süß, wie jener, der durch den eigenen Blick für das Notwenige entstanden ist und es fühlt sich überwältigend an, der Meister seines eigenen Schaffens zu sein.

Wir sollten jedoch nie erwarten, mit einem Schritt bereits am Ziel zu sein. Diese Annahme ist falsch und demotiviert jenen, der von dieser Einstellung die Enttäuschung spürt. Klick um zu Tweeten

 

Lange Zeit in meinem Leben scheiterte ich selbst immer an dieser Stelle. Ich steckte mir hohe Ziele, wollte alles erreichen und erreichte nur Bruchteile dessen, da mich die Enttäuschung über die notwendige Investition in diesen Prozess hinunterzog.

Auf dem Weg zum Abitur ist es mir mithilfe dreier Methoden gelungen, Disziplin, Ambition und Zielstrebigkeit in mein Leben zu bringen. Seitdem diese Dinge in meinem Alltag sind, bin ich noch dankbarer für erreichte Dinge als zuvor, zufrieden und vor allem ambitioniert für meine Zukunft.

Ich möchte deshalb diese drei Herangehensweisen teilen und Menschen Mut machen, über ihre Zone der Gewohnheit hinauszugehen. Dabei bedeutet Gewohnheit jedoch nicht zwangsläufig nur eine negative Eigenschaft, die es abtrainieren zu gilt, sondern sie sollte etwas werden, was zunächst von uns selbst optimiert wurde, und dann sogar effizient genutzt werden kann! Wir sollten jedoch nicht an Momentaufnahmen festhalten, sondern stets einen offenen Blick für das wahren, was vor uns und in uns liegt. Denn auch Veränderung ist ein Schlüssel zum Erfolg.

Und aller Veränderung liegt anfangs die Überwindung inne. Ich habe jenes Konzept in der Vorbereitungszeit zu meinem Abitur entwickelt, doch möchte ausdrücklich betonen, dass es auf alle Lebenslagen und Prüfungsvorbereitungen übertragbar ist!

Gerade zu Beginn meiner intensiven Lernperiode für das Abitur erreichte ich Erfolge und  Lernfortschritte nur mit sehr großer Anstrengung. Ich musste für vieles viel mehr investieren, als später und weiß heute rückblickend, dass dieser Tatsache eine einfache Veränderung meiner Gedanken inne wohnte. Die Änderung meiner Haltung und der Einstellung dem Lernen gegenüber prägten diesen Prozess maßgeblich. Begonnen hatte alles mit dem Aufbau einer Routine und hierin liegt der erste Anstoß, den ich weitergeben möchte.

„Auch eine schwere Türe hat nur einen kleinen Schlüssel nötig“ – Charles Dickens

Entwicklung einer persönlichen Lernroutine – über den Nutzen der Gewohnheit:

Wie bereits erwähnt, bedeutet Gewohnheit nichts negatives, was zwangsläufig überwunden werden  muss, um Erfolge zu erzielen. Vielmehr sollte eine Gewohnheit geschaffen werden, die von uns persönlich zunächst optimiert wurde und uns später verhilft Dinge mit mehr Leichtigkeit anzugehen.

Ich kreierte Raum für eine Routine, die ich mit Lernen füllte. Klick um zu Tweeten

 

Anfangs waren dies noch nicht einmal mehr als 40 Minuten täglich, doch später konnte ich es auf mehrere Stunden ausdehnen und dabei fiel allmählich die Hemmschwelle der Überwindung. Denn irgendwann manifestierte sich der Ablauf des Lernens in meinem Kopf und es war klar, dass ich Zeit dafür zu investieren hatte. Besonders einfach gelang es mir, wenn es sogar täglich die gleiche Uhrzeit war, doch auch eine andere Strukturierung kann schnell zum Eintreten dieser Routine führen. Einzig ist es besonders wichtig, sich vor allem in der Anfangsphase dazu zu motivieren und durchzuringen, da es sonst nie zu einer Gewohnheit werden kann. Doch einmal diesen unangenehmen Punkt der Anstrengung übergangen, wird es mehr und mehr leichter fallen, davon zu profitieren.

Abschluss des Hinterfragens – über das Entweichen der Sinnkrise

Die Formulierung dieses Punktes ist wohl die schwierigste für mich, da es eine enorme Gratwanderung für mich bedeutet. Doch auf der anderen Seite entschied ich mich trotzdem aus Überzeugung dazu, dies zu teilen, da es enormen Einfluss auf mein Lernverhalten hatte.

Jahrelang, und auch heute noch, bin ich großer Verfechter des Hinterfragens und erörtere so ziemlich alles, was mir über den Weg läuft. Allem voran unser Schulsystem , der Weg zum Abitur und seine Unzumutbarkeit für unsere Gesellschaft. Ich konnte mich täglich mehrere Stunden in das Hinterfragen der Sinnhaftigkeit des Schulstoffes und des Systems hineinsteigern und tat dies auch mit Elan und Temperament. Doch irgendwann gelangte ich an den Punkt, an welchem ich realisierte, dass ich in diesem Moment nichts daran ändern kann. Schließlich wollte ich mein Abitur haben!

Wider meiner Natur entschied ich mich für einen kurzen Abschnitt in meinem Leben dafür, das Hinterfragen bei Seite zu stellen und einfach nur hinzunehmen. Klick um zu Tweeten

 

Ich verstand, dass mir dies nur Kraft und Energie raubte und ich die Zeit, die ich sonst zum Meckern verwendete, plötzlich in die Vorbereitung auf mein Abitur investieren konnte. Anfänglich war dies natürlich schwer für mich, da ganz nebenbei mein Ego im Zuge dessen angekratzt wurde, doch im Endeffekt ging ich sehr gestärkt daraus hinaus, da ich entspannt und mit doppelter Hingabe lernen konnte. All die Anstrengung, die ich sonst in momentan ohnehin nicht veränderbare Dinge hineinsteckte, blieb plötzlich übrig und ich verwendete sie in das Lernen meines Abiturstoffes.

Wertschätzung des Privileges – über die Kraft der Dankbarkeit

Den größten Einfluss auf meinen Lernerfolg hatte das einsetzende Bewusstsein dafür, dass das Erlangen der Bildung ein Privileg ist und ich dieses auch als ein solches wahrnehmen sollte.

Lernen (teils auch von Dingen, in welchen ich keinen Sinn sah) hatte für mich plötzlich einen solch erhöhten Mehrwert, da ich Dankbarkeit dafür entwickelte, dies erfahren zu dürfen. Ich hatte plötzlich Aufschwung bekommen und fühlte mich in meinem von mir gewählten Weg bestätigt.

Den Punkt, den ich aus diesem Anlass weitergeben möchte, ist jener, dass wir unser Bewusstsein dafür schulen sollten, diesen Dingen einen bewussten Raum zu geben und jenes Privileg schätzen lernen.

 

Denn Dinge zu erfüllen fällt uns prinzipiell einfacher, wenn wir einen Punkt in ihnen sehen, der uns Antrieb verleiht und uns dafür brennen lässt. Des Weiteren war es von enormer Bedeutung, dass ich erkannte, dass ich all dies nur für mich tat und den Weg wählte, weil ich mich eines Tages dafür entschieden hatte. Es machte für mich plötzlich keinen Sinn mehr, über Dinge zu klagen, die ich selbst aussuchte!

Und diese beiden Tatsachen kombiniert verursachten in mir den finalen Auslöser für Motivation und Initiative: Das Wahrnehmen des Privileges und das all dem meine eigene Entscheidung zu Grunde lag. Klick um zu Tweeten

 

Pia Martin im März 2018 – Im Juni 2017 hat sie ihr Abitur absolviert.

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