Stress mit schlechten Noten – wie du versteckte Hindernisse erkennen und überwinden kannst

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Stress beim Lernen durch versteckte Hindernisse

Stress beim Lernen oder in Prüfungssituationen… – Wie du versteckte Hindernisse aufdeckst!

Im vorherigen Artikel „Hindernisse beim Lernen sind wie Stolpersteine“ habe ich dir schon beschrieben, warum solche Hindernisse doof sind und Stress verursachen. Hast du die Übung gemacht und bist deinen Hindernissen schon auf die Schliche gekommen?

Manchmal sind solche Stress-Verursacher deutlich sichtbar, manchmal verstecken sie sich ganz gut. Dann kann es sich um unbewusste Blockaden handeln. – Das können, wie auch schon angedeutet hinderliche Gedanken sein. Auch diese haben wiederum ihren Ursprung und wollen sich oft nicht so einfach beiseite schieben lassen.

Ein paar Beispiele für solche versteckten Hindernisse: Druck, den du dir selbst machst, Druck, der von außen (Schule, Eltern, Freunde) kommt. Oder auch Streitigkeiten, die „dicke Luft“ verursachen. Besonders kinästhetische Lerntypen leiden darunter und wissen oft nicht warum sie nicht auf ihre Leistung zugreifen können.

 

Warum versteckte Hindernisse immer wieder Stress verursachen

Versteckte Hindernisse sind so gemein, weil sie sich sozusagen unsichtbar durch die Hintertür einschleichen. Du kannst sie nicht direkt erkennen. Du merkst nur, dass irgend etwas nicht stimmt. Du versuchst Strategien zu ändern, dein Lernverhalten anzupassen, vielleicht nimmst du sogar Nachhilfe. Und dann…. KEINE Verbesserung. Alles bleibt beim Alten.

„Du kannst im Ernstfall nicht auf dein Wissen zugreifen, die Angst in Prüfungen wird noch schlimmer, denn dieses Mal MUSS es ja klappen, der Stress potenziert sich.“

 

Das Ergebnis: weiterhin schlechte Noten.

Die Folgen: Frustration – der Spruch „Na, dann musst du halt noch mehr lernen!“

Ich kann verstehen, dass viele Schüler dann sagen. „Na dann lern ich halt gar nicht mehr. Hilft ja eh nix. – Mach ich mir lieber ein lockeres Leben!“

Schade, denn wenn eben nicht Verständnisprobleme oder mangelnde Vorbereitung auf die Prüfung herrschen, sollte das Ergebnis ja anders aussehen.

Oftmals stecken da eben so ganz versteckte Hindernisse dahinter, denen du auf die Schliche kommen solltest. Du hast es drauf und das sollten auch alle erkennen können!

 

Wie diese versteckten Hindernisse wirken…

Diese versteckten Hindernisse bereiten uns besonders heftigen Stress, weil wir die Ursache nicht erkennen und somit beseitigen können. Also „frisst“ es in uns unbewusst weiter.Dazu kommt auch noch der Druck, dass es durch die neuen Strategien ja jetzt wirklich besser werden muss.

Die einen machen sich selbst Druck, dass sie es anderen beweisen, oder unbedingt ein bestimmtes, sehr hoch gesetztes Ziel erreichen müssen, oder einfach ziemlich perfektionistisch veranlagt sind.

Die anderen bekommen Druck von außen. Eltern, die sehr ehrgeizig sind, oder einfach selbst ein ganz anderes Lernverhalten als ihre Kinder haben.

 

Auch Lehrer können Druck ausüben und die Schule allgemein mit ihren Noten und Jahreszielen. Klick um zu Tweeten

 

Emotionaler Stress, wie Streitigkeiten zwischen Freunden, Streit der Eltern, eine Trennung, Liebeskummer, Krankheit oder finanzielle Schwierigkeiten können ebenso das Wissen und Lernen blockieren.

So versteckt sind solche Hindernisse gar nicht, meinst du? Ja, wenn sie aufgedeckt sind, nicht mehr. 😉 – Doch weil wir uns ganz leicht selbst täuschen, indem wir solchen Druck oder emotionalen Stress bewusst relativieren und „unschädlich“ reden, heißt es nicht, dass er nicht doch wirkt!

In diesen Fällen ist es dann gar nicht so einfach, diese versteckten Stress-Auslöser zu identifizieren und als solche anzuerkennen.

„Das ist das Fiese daran und deshalb wirken sie auch so nachhaltig! So richtig gemeine, fiese Trolle!“

 

Glaubenssätze und Gedanken, die diese versteckten Hindernisse beschreiben schieben sich quasi zwischen dein Wissen und dich. So bist du in Prüfungssituationen echt blockiert. Symptome können dann ein Blackout oder Angstzustände sein. Doch so schlimm muss es sich gar nicht äußern. Manche sitzen auch relativ gelassen in den Schulaufgaben oder Klausuren und können dann gar nicht verstehen, warum sie schlechte Noten haben.

Wichtig ist, dass du verstehst, was da passiert. Nicht DU bist das Problem und faul oder dumm, sondern die Gedanken vernebeln dir den Zugriff auf dein Wissen. Oder sie verhindern schon vorher, dass der Lernstoff abgespeichert werden kann.

So… genug der Theorie! Das kann geändert werden… Lies weiter:

 

Was müsste passieren, dass der Stress ausbleibt?

Und wie kommst du jetzt an diese fiesen, gemeinen, unbewussten, versteckten Hindernisse ran?

Ich hab ja schon geschrieben, dass das meist gar nicht so einfach ist. Aber lass uns mal was Verrücktes ausprobieren!

Da hilft uns jetzt z.B. die Kopfstandtechnik weiter. Heike Thormann erklärt sie in ihrem Artikel sehr schön. – Sie bringt die Kopfstandtechnik auch mit dem Lernen in Verbindung… lohnt sich also, den Artikel später mal zu lesen.

 

Wir wenden die Kopfstandtechnik jetzt mal mit unserem Beispiel der Stress verursachenden versteckten… Klick um zu Tweeten

 

Das sind die Schritte:

  1. Das Problem (die Herausforderung) formulieren.
  2. Die Formulierung auf den Kopf stellen – daher ja Kopfstandtechnik – also umdrehen.
  3. Was passt jetzt also alles zum ungekehrten Problem (der Herausforderung)? – Was müsste passieren, dass du deine ursprüngliche Frage auf KEINEN Fall lösen könntest?
  4. Und jetzt drehst du die „Anti-Lösungen“ auch um, stellst sie wieder „auf den Kopf“ und schon steht die Welt wieder richtig rum da! 🙂

Also:

  1. Welche versteckten Hindernisse verursachen mir solchen Stress und hindern mich am lernen?
  2. Was muss so alles passieren, damit ich ordentlich Stress beim Lernen habe und mich auf nichts konzentrieren kann?
  3. Lass uns sammeln…
    • Keine Zeit!
    • Verstehe das Thema nicht!
    • Hab überhaupt keinen Bock drauf!
    • Wozu brauch ich das? Oder: Das brauch ich doch nieeeee wieder!
    • Komm eh zu keiner guten Note!
    • Streit mit der besten Freundin / dem besten Freund um ein Missverständnis oder ein Vertrauensbruch…
    • Ich denk die ganze Zeit nur an… eine Person, einen Gegenstand, den ich mir unbedingt wünsche…
    • Meine Eltern nerven, ich soll lernen!
    • Wenn ich keine gute Note bekomme, krieg ich Ärger, rutsch ich ab, fall ich durch!
    • Kann ich doch eh alles…
    • Der Lehrer/die Lehrerin hat mich eh auf der Abschussliste!
    • Mit dem Lehrer/der Lehrerin kann ich einfach nicht, da kann passieren was will…
    • Ich muss das endlich hinbekommen!
    • Die anderen in der Klasse können das alles, nur ich nicht…
    • Ich muss meinen Eltern zeigen, dass sie sich auf mich verlassen können…
    • Ich muss meiner Familie zeigen, dass ich auch was kann…
    • Mensch, der Lehrer/die Lehrerin bemüht sich immer so um mich, da muss ich jetzt mal zeigen, dass ich das doch kapiert habe!
    • Ich steh schon wieder wie ein Idiot da, wenn ich’s verkacke!
    • Mit meinen Eltern gibt’s grad nur Stress…
    • ⇒ wahrscheinlich könnte ich bis nächstes Jahr jetzt so weiter sammeln…
  4. Jetzt wird umgedreht. Ich nehm‘ mal nur ein paar Beispiele:
  • Streit mit der besten Freundin / dem besten Freund um ein Missverständnis oder ein Vertrauensbruch…

⇒ Alles geklärt, Harmonie 🙂

Lösung: Streitereien und Missverständnisse müssen für mich geklärt sein, wenn ich mich aufs Lernen konzentrieren will.

  • Meine Eltern nerven, ich soll lernen!

⇒ Eltern, die mich in Ruhe lassen

Lösung: Ich muss mit meinen Eltern reden, dass sie mich nicht ständig ans Lernen erinnern sollen. So mach ich nie was, weil ich total genervt bin. Sie sollen mir vertrauen, ich krieg das schon hin. Wenn nicht, frag ich sie schon von selbst!

  • Mit dem Lehrer/der Lehrerin kann ich einfach nicht, da kann passieren was will…

⇒ Ich komme mit dem Lehrer gut aus, der kann mir gar nichts!

Lösung: Ich muss mit ihm/ihr ja nicht Freund sein! Ich will einfach nur das Wissen vermittelt haben, Fragen klären und fertig. Als Mensch ist er/sie mir herzlich egal. Da lass ich mich nicht vom Lernen ablenken.

  • Ich muss das endlich hinbekommen!

⇒ Ich muss gar nichts hinbekommen. Ich bekomme das hin, wie schon so vieles Anderes!

Lösung: Ich habe mich vorbereitet. Ich habe den Stoff verstanden, ich habe geübt. Ich gebe mein Bestes, bleibe ruhig, nehme mir Zeit, alles genau zu lesen und nacheinander abzuarbeiten. Ich kann es! Wenn ich in Stress gerate, lehne ich mich zurück, atme tief durch, nehme den Raum um mich wahr und sammle mich wieder.

Klar geworden, wie du dahinter kommen kannst? – Teste es mal. Wenn es nicht klappt, kannst du immer noch zu einem LernCoach deiner Wahl. – Vielleicht magst du mein LernCoaching via Skype ausprobieren, wenn du nicht zu mir kommen kannst?

„Wie gesagt, solche versteckten Hindernisse können fies und hartnäckig sein, aber der erste Schritt zur Auf-Lösung ist nun mal das Erkennen und Bewusst machen!“

 

Sei geduldig. Auch wenn es nicht auf den ersten Anlauf funktioniert. Du schleppst sie ja wahrscheinlich auch schon länger mit dir rum! 😉

 

Einmal erkannt und dann geschafft?

Leider ist das nicht immer so gesagt… Aber zu 100% bist du auf einem guten Weg. Bleib weiterhin achtsam und beobachte dich beim Lernen. Sobald du stolperst, achte darauf, was dir da im Weg liegt. Sichtbar oder kannst du es auf den ersten Blick gar nicht erkennen?

Vielleicht möchte dich das Hindernis ja nur auf etwas aufmerksam machen, was du bisher immer schon sorgsam vermieden hast! 😉
Vielleicht zeigt es dir aber auch einen versteckten Hinweis auf ein größeres Problem. Auch das solltest du angehen. Denn:

 

Hindernisse auf deinem (Lern)Weg tauchen so lange auf, bis du sie erfolgreich beseitigst oder… Klick um zu Tweeten

 

Je genauer du dich selbst beobachtest und auch den Mut aufbringst, tatsächlich hinzusehen, umso leichter wird es dir mit der Zeit fallen. Dann lächelst du in solchen Fällen schon automatisch und denkst dir: „Ach… ein Stolperstein! Danke für den Hinweis… Was haben wir denn diesmal übersehen?“ – Ebenso leicht werden dir die Lösungen fallen… Und das nicht nur in Bezug auf Lernen 😉

 

Hinweis für Eltern und andere Erwachsene:

Das oben Beschriebene kann auf alle Bereiche angewandt werden 😉

Haben Sie als Eltern oder Lernbegleiter den Verdacht, dass Ihrem Kind solche versteckten Hindernisse im Weg liegen, können Sie es sanft darauf aufmerksam machen. Und das funktioniert am besten so:

Schildern Sie Ihre Beobachtungen, also einfach nur beschreiben, was Sie SEHEN können, ohne Interpretation! Dann können Sie ihm Ihre Vermutung mitteilen. Aber bitte wirklich als Vermutung, nicht als Tatsache, denn Sie KÖNNEN es ja gar nicht wissen! – Außer SIE sind sich selbst auf die Schliche gekommen, dass Sie Druck (bewusst oder auch unbewusst) ausüben.

 

Manchmal lösen auch schon harmlose oder ganz berechtigte Fragen Druck und Stress beim Lernen aus. Klick um zu Tweeten

 

Das ist dann der Fall des unpassenden Zeitpunktes und des unpassenden Ortes. Das heißt natürlich nicht, dass Sie nicht mehr fragen dürfen. Gerade heute haben ich einen passenden Artikel darüber gefunden, was Eltern niemals zu ihren Kindern sagen sollten. Der ist so gut geschrieben, dass er glatt von mir sein könnte!

Seien Sie achtsam, dann können Sie Ihr Kind gefahrlos im Lern- und Lebensprozess begleiten!

 

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