Manchmal muss man auch mal Nichtstun

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Nichtstun - ein guter Zeitvertreib

Feriengenuss: Nichtstun

Das süße Nichtstun. Es fällt mir nicht immer leicht. Denn wenn man selbständig arbeitet, gibt es immer etwas zu tun. Ständig hockt da ein kleiner arbeitswütiger Teufel auf der Schulter und raunt mir diverse Tätigkeiten ins Ohr. Manche klingen wie eine Drohung, andere sind eine Notwendigkeit und dann gibt’s noch die, auf die ich wirklich Lust habe. Die kommen ihm wohl in den Sinn wenn er gute Laune hat.

Und was ich dann mache?

Erlaubnis geben

Es klingt echt lustig, ich muss mir erst von mir selbst die Erlaubnis holen. Naja. Ich bins ja selbst, die mir die Aufgaben gibt. Wenn du tolle Sachen machen möchtest holst du dir ja auch die Erlaubnis. Oder du gehst aufs Ganze und riskierst Ärger. Normalerweise muss man ja vorher immer erst die Pflicht, also alle „wichtigen“ Aufgaben erledigt haben. Das ist so ein blödes deutsches und vernfünftiges Sprichwort. Dabei ist es durchaus ok, wenn man zuerst was schönes macht und dann die unbequemeren Tätigkeiten.

Doch warum ist es so wichtig sich auch mal das Nichtstun zu erlauben?

Wir brauchen alle mal Erholung. Müssen Kraft und neue Energie schöpfen. Nichtstun geht ja eigentlich eh nicht. Irgendetwas macht man ja doch immer. Selbst wenn ich nur da sitze und in den Himmel schaue, tu ich nicht Nichts! Ich schau in den Himmel! Doch du weißt, was ich meine.

Aus dem Nichtstun, dem absichtslosen Sein entsteht Kreativität. Denn die Gedanken sind nicht auf ein Ziel, eine Tätigkeit gerichtet. Sie können jetzt endlich mal spazieren gehen. – Nicht so „verbotenerweise“ wie in der Schule, wenn der Unterricht langweilig ist. Sondern mit Erlaubnis. Daraus können spannende Problemlösungen entstehen, Ideen für eine nächste Tätigkeit, ein Projekt, ein Vorhaben.

Mir geht es dann manchmal echt so, dass ich das sofort notieren muss, um es nicht zu vergessen. Am liebsten würde ich sofort mit der Umsetzung anfangen.

Und wenn es nur eine „Schnapsidee“, also ein verrückter Gedanke war, auch das macht Spaß. Und erhöht auch wieder die Kreativität oder macht zumindest gute Laune.

Alle notwendigen Arbeiten zur Seite schieben

Wenn ich mir das Nichtstun erlaubt habe, dann fällt es mir ganz leicht, die Aufgaben, die das kleine arbeitswütige Teufelchen noch so auf Lager hat, liegen zu lassen. Zumindest ein paar Tage aufzuschieben, wenn nicht gerade etwas anzubrennen droht. Klar, Terminaufgaben dulden keinen Aufschub.

Und dann genieße ich es. Es ist so schön, mit gutem Gewissen Nichts zu tun. Klick um zu Tweeten

Ok. Ich sitze auch dann nicht die ganze Zeit da und schau in den Himmel. Ich beschäftige mich mit Dingen, die mir Spaß machen. Meine Hobbys.

  • Ich lese mit Genuss einen Roman. – Da tauche ich einfach in eine andere Welt ab. Ich vergesse Raum und Zeit und muss mich echt zwingen eine Pause zu machen, oder etwas zu kochen.
  • Ich setze mich einen Tag auf mein Motorrad. Da kann ich die Gedanken einfach loslassen. Ich konzentriere mich völlig auf das Fahren. Gleichzeitig bin ich entspannt, weil ich an nichts sonst denken muss, bin völlig im Hier und Jetzt und kann gar nichts anderes machen. Ich genieße die Schönheit der Landschaft.
  • Ich gehe Bogenschießen. Auch hier brauche ich volle Konzentration. Es gibt für mich als Anfängerin noch so viel zu beachten und ich freue mich einfach, wenn ich treffe. Gleichzeitig analysiere ich, was ich noch besser machen kann. Das versuche ich dann umzusetzen. Aus Coaching-Augen wahre Erleuchtungen.
  • Ich gehe mit meinem Mann wandern oder mindestens ausgiebig spazieren. Wir lieben es beide, unseren eigenen Gedanken nachzuhängen und müssen nicht die ganze Zeit reden. Auch hier gibt es viel Stille und die Schönheit der Natur.
  • Ich mache Gartenarbeit. Auch das entspannt mich. Ich bin an der frischen Luft, in der Natur, spüre Blätter und Erde und erfreue mich an dem Ergebnis.
  • Ich fotografiere. Egal ob mit meiner Kamera, oder mit dem Handy. Hier suche ich nach schönen Motiven. Überlege mir einen besonderen Blickwinkel oder einen spannenden Ausschnitt. Leider macht es mir danach nicht so viel Spaß die Bilder auf meinen Fotoblog oder meinen Instagram-Account hochzuladen.
  • Ich gehe joggen. Ok, das baue ich auch sonst in meinen Alltag ein und das tut mir echt gut. Ist von allen diesen schönen Dingen des „Nichtstuns“ am ehesten umsetzbar, da es nicht so lange dauert.

Eigentlich sind das alles Dinge, wie mir auffällt, während ich sie dir aufzähle, bei denen es weder um Leistung noch um Ablenkung geht oder um Darstellung. Es geht mir darum, bei mir zu sein. In Ruhe mit mir alleine. – Ein Genuss!

Und was machst du, wenn du Nichts tust?

Auftanken

Wie schon oben geschrieben, brauchen wir unbedingt solche Pausen mit bewusstem Nichtstun um unsere Energiespeicher für den Alltag und herausfordernde Aufgaben aufzufüllen. Das Handy muss ans Landegerät, Fahrzeuge aufgetankt werden. Unser Körper braucht Nahrung und unser Gehirn eben auch diese Freiräume.

Es muss ja nicht immer ein ganzer Tag Nichtstun sein. Auftanken geht auch kürzer. Zwischen zwei Projekten oder Aufgaben z.B.

“Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen.”

Astrid Lindgren

Ein kleiner Tipp: Gestalte dir die Pausen zwischen zwei Aufgaben so, dass du dir wirklich die Zeit nimmst, gerade mal Nichts zu tun. Also auch nicht aufs Handy zu schauen, oder ein Spiel zu machen. Setze dich entspannt hin und mach vielleicht die Augen zu. Hör ein Lied deiner Wahl an und lass die Gedanken spazieren gehen. Selbst wenn du im Chat, dem Feed oder dem Spiel nichts leisten musst, Entspannung ist das nicht. Es ist Ablenkung. Lass dich nicht einfangen, hol dir die Freiheit deiner Gedanken!

So. Ich habe diesen Artikel mitten in meinem Urlaub geschrieben. Mit Freude. Die Idee dazu kam mir tatsächlich beim Motorradfahren vor 3 Tagen. Heute habe ich sie umgesetzt. Und jetzt schnappe ich mir nach dem letzten Absatz gleich wieder mein Buch! Das entführt mich dann wieder ins Mittelalter.

Für Eltern und andere Erwachsene – Sind Sie ein gutes Vorbild?

Wie ist es mit Ihnen, was ist Ihr Nichtstun? Leben Sie Ihrem Kind das vor, oder sind sie auch ständig unter Strom? Gestehen Sie Ihrem Kind Nichtstun zu, oder geben Sie ihm gleich eine sinnvolle Aufgabe?

Sprechen Sie mit Ihrem Kind auch gerne darüber, dass stundenlange Computerspiele, Videos und Social Media nichts mit Nichtstun und Entspannung zu tun haben. Sie sind Ablenkungen um nicht ins Nichtstun und das Krafttanken zu kommen. Laden Sie Ihr Kind zu einem Spaziergang ein. Das wird zu Beginn wahrscheinlich nicht einfach sein. Doch es ist für Sie beide eine neue Herausforderung, an der Sie beide wachsen können und davon profitieren.

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